Auf den Fundamentsteinen können ganz verschiedene Lebensräume entstehen. Um Gemeinschaft zu werden, brauchen wir verbindliche Vereinbarungen. Voraussetzung dafür ist nicht, dass wir alle an einem Ort wohnen und leben. Wir können auch über Entfernungen hinweg, uns verbindlich machen („ortsferne Verbindlichkeit“). Beginnen wir, unser Leben zu teilen: Telefonieren, mailen, schreiben, uns treffen. Das alles und noch vieles andere ist möglich! Vielleicht teilen wir später auch unseren Alltag, ziehen in räumliche Nähe, teilen ein Haus oder eine Wohnung. Aber das ist nicht der Anfang. Lassen wir uns Zeit und gehen wir Schritt für Schritt. Lassen wir wachsen, was wachsen will. Und das braucht Zeit. Im Netzwerk kann jede/r sicher zwei Singles finden, mit denen sie/er eine Form von Verbindlichkeit für einen nächsten Wegabschnitt eingeht. Und dann nach einem Jahr geht es um die Frage: „Wollen wir weitergehen, wie soll das aussehen? Was ist unser nächster Schritt?“
Verbindliche Vereinbarungen treffen
Für die Verbindlichkeit müssen wir über vier Bereiche sprechen: Zeit: Wie oft, wie lange wollen wir uns treffen? Monatlich oder wöchentlich oder täglich... Oder wohnen wir so weit entfernt voneinander, dass es nur 4x im Jahr zu einem Treffen kommen kann? Verbringen wir den Urlaub gemeinsam oder Stille Tage? Feiern wir zusammen Weihnachten? Oder... oder... Ort: Wo treffen wir uns – in den Wohnungen oder an „neutralem Ort“? Sind wir so weit, dass wir eine „Pantoffel- Gemeinschaft“ bilden (Wohnungen in unmittelbarer Nähe)? Oder ziehen wir in ein gemeinsames Haus? Werden wir eine WG? Geld: Wer trägt die Kosten, wenn wir uns treffen? Legen wir zu gleichen Anteilen zusammen oder teilen wir so, dass die, die weniger haben, von anderen mitversorgt werden? Haben wir für unsere gemeinsamen Unternehmungen ein gemeinsames Portmonee, in das jeder nach seinen Möglichkeiten einzahlt? Welche anderen Möglichkeiten gibt es, miteinander zu teilen? Dienst: Wollen wir uns in einer gemeinsamen Aufgabe, einem gemeinsamen Projekt engagieren? Oder ist unser gemeinschaftlicher Dienst schlicht der, dass wir einander helfen, wirklich zu leben? Ist es unser Projekt, aumerksam füreinander zu sein und darauf zu achten, dass das Leben nicht nur aus essen, arbeiten und schlafen besteht?
Welche Formen gibt es schon?
Für die konkrete Gestalt suchen wir nach organischen, familienmäßigen Strukturen. Es gibt bereits • regionale und lokale Gruppen, die sich in verschiedenen Formen treffen. Sie sind offen für eine vielfältige Entwicklung. Sie können andere einladen, Träger für Veranstaltungen (Impulstage oder Tagungen) sein, damit andere Singles EmwAg erleben können. Hier können sich Singles kennen lernen, die sich zu einer Zelle zusammenfinden. • Zellen, die miteinander eine Verbindlichkeit, zunächst für einen bestimmten Zeitraum vereinbaren (vielleicht zunächst für 1 Jahr). Sie sollten zwischen 3 und 6 Personen umfassen. Solch eine Verbindlichkeit muss nicht an Ortsnähe gebunden sein. Es gibt auch „ortsferne Verbindlichkeit“. Hauptsache, wir finden hier Menschen, mit denen wir unser Leben teilen können. Im Zentrum steht der gemeinsame Austausch. Diese Zellen sind Teil des Netzwerkes. Wir lernen voneinander und miteinander. • Einzelne, die gern im Netzwerk dabei sein wollen. Bei Impulstagen, Tagungen, oder in den regionalen Gruppen suchen und finden sie andere, mit denen sie eine erste Verbindlichkeit eingehen.
Wir laden ein zu einem BUND. Dies kann eine Hilfe sein, die Zugehörigkeit verbindlich auszudrücken. Aber auch ohne diesen Bund ist Weggemeinschaft in EmwAg möglich! Wir wollen ein weites, offenes Netzwerk sein und zugleich die Möglichkeit für kleine, vertraute Gemeinschaften bieten.
Wir bilden ein Netzwerk, damit wir: • in einem Prozess der ständigen Erneuerung sind • einander dienen und voneinander und miteinander lernen können • möglichst vielen Menschen an vielen Orten Zugang zu einer Lebensform geben können, die Zugehörigkeit und Heimat bieten kann.
Wir hoffen auf ein Team von Single-Männern, das die Ideen von EmwAg aufgreift und für Männer gestaltet, was bisher von Frauen bewegt wurde. | |