Schon ganz am Anfang unseres Weges haben wir ein Bibelwort entdeckt,
das uns zu einem Leitbild geworden ist.
Römer 12,1.2 (Gute Nachricht)

Brüder und Schwestern, weil Gott soviel Erbarmen mit euch gehabt hat, bitte und ermahne ich euch: Stellt euer ganzes Leben Gott zur Verfügung! Bringt euch Gott als lebendiges Opfer dar, ein Opfer völliger Hingabe, an dem er Freude hat. Das ist für euch der »vernunftgemäße« Gottesdienst. 2 Paßt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an. Laßt euch vielmehr von Gott umwandeln, damit euer ganzes Denken erneuert wird. Dann könnt ihr euch ein sicheres Urteil bilden, welches Verhalten dem Willen Gottes entspricht, und wißt in jedem einzelnen Fall, was gut und gottgefällig und vollkommen ist.

Auf unserem bisherigen Weg haben wir folgende Fundamentsteine gefunden, auf die wir das gemeinsame „Haus“ bauen wollen:

»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«. Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (Matthäus 22,37-39).
Wir glauben, dass unser Leben durch die Liebe Gottes, wie er sie uns in Jesus Christus offenbart hat, zur Erfüllung kommt. Auf die Erfahrung seiner Liebe antworten wir mit unserer Liebe. Wir sehnen uns danach, dass die Liebe Gottes unser Leben mehr und mehr durchdringt, damit wir ihn von ganzem Herzen lieben. Wir wollen wachsen in der Liebe untereinander und Orte schaffen, wo Menschen die Liebe Gottes erfahren und empfangen können.
Wir kehren um aus Selbstbezogenheit und Egozentrik zur Liebe als unserer tiefsten Bestimmung und Erfüllung. Wir brechen auf, Lebensformen zu finden und zu gestalten, in denen Liebe gelebt werden kann.

2. Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei (1. Mose 2,18a).
Wir glauben, dass Gottes Bestimmung für unser Leben Gemeinschaft ist. Er selbst ist in seinem Wesen Gemeinschaft und hat uns für Gemeinschaft geschaffen.
Wir sehnen uns danach, in diese Bestimmung hineinzukommen und unser Leben mit anderen zu teilen. Um Gemeinschaft zu erfahren, in der Leben und Kraft freigesetzt wird, gehen wir mit anderen verbindliche Vereinbarungen ein.Wir kehren um von einem nach Unabhängigkeit strebendem Individualismus zur Gemeinschaft als die von Gott gewollte Lebensform. Wir überwinden unsere Angst vor Verletzungen und wagen es, mit anderen unser Leben zu teilen.

3. Jesus Christus spricht: Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen (Johannes 10,10b).
Wir glauben, dass die Erfüllung unseres Lebens nicht davon abhängt, ob wir verheiratet oder unverheiratet sind. Wir sehen in Ehe und Ehelosigkeit zwei gleichwertige, von Gott mit Erfüllung beschenkte Lebensformen. Wir wollen in der Lebensform, in der wir jetzt sind, die Fülle des Lebens von Gott empfangen.Einige von uns nehmen den Stand der Ehelosigkeit als Berufung und Gabe von Gott an und drücken dies bewusst aus (vgl. Matthäus 19,12; 1. Korinther 7,7-9).Wir kehren um vom Misstrauen gegen Gott, dass er uns vorenthalten könnte, was wir zum Glück brauchen. Wir brechen auf zum Vertrauen auf Gott, dass er schon jetzt die Fülle des Lebens für uns hat.Wir kehren um von der Festlegung, in der Ehe die für uns einzig angemessene, Glück und Erfüllung versprechende Lebensform zu sehen. Wir suchen für die, die bewusst ehelos leben wollen, einen Weg, dies öffentlich zu bekennen, zu feiern und zu gestalten.

Wir wollen einander helfen:
•    Gott mehr zu vertrauen,
•    ihm besser zu gehorchen
•    und ihn mehr zu lieben.

Wir wollen einander geben:
•    Zuwendung und Korrektur, um persönlich und geistlich zu wachsen;
•    Zugehörigkeit, Heimat und Schutz.

Wir wollen Menschen sein:
•    die miteinander das Leben teilen,
•    gemeinsam beten und feiern
•    und andere zu einem Leben in der Freude des Glaubens einladen.

Dies sind Fundamentsteine für das gemeinsame Haus, in dem wir in sehr verschiedenen Räumen leben können. Sehr unterschiedlicher Menschen können in unterschiedlicher Ausprägung und Konkretion Leben miteinander teilen, Gemeinschaft leben und daraus Leben und Kraft empfangen.